Keno Siefken (Organisator des Arschtritt Rockfestivals)

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Kategorie:Interviews


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Moin Keno, das ARSCHTRITT ROCKFESTIVAL existiert ja nun mittlerweile schon seit drei Jahren. Erzähl doch mal wie damals die Idee dazu entstand.

Hey, Hallo! Hm, also 2006 im September oder so haben wir von meiner alter Band "The Headnuts" gesagt das wir gern noch ein Jahresabschlusskonzert spielen wollen. Die Frage war bloß wo und mit wem!? Dann habe im Oktober gerade Praktikum beim Music & Marching Center gemacht wo Mr. T-Tom (der Drummer von Bitume) arbeitet und dann hab ich einfach mal gefragt ob die nicht bock hätten dort zu spielen. Bitume wiederum war mit Max Headroom befreundet und ich wir mit Commander Cokkring und Subnormal. Jo dann war noch die Frage wo und da hab ich sofort an das Alhambra gedacht. Und Schwupps ging das los. Und mittlerweile hab ich mir zur Aufgabe gemacht, Oldenburg wieder zu einer Konzertstadt zu machen.

Rentiert sich so ein Festival überhaupt für dich? Machst du damit Einnahmen oder organisierst du sowas eher spaßeshalber in der Hoffnung bei Plus/Minus Null wieder raus zu kommen? Kam es sogar schon mal vor, dass du mangels Besuchern Verluste machen musstest?

Ich veranstalte aus Spaß und um anderen Spaß zu bereiten und ich finde das in Oldenburg zu wenig los ist was gute Rockkonzerte angeht. Irgendwann möchte ich aber vielleicht damit mein Geld verdienen.

Häufig gibt es Leute die sich über zu hohe Eintrittspreise aufregen, sich aber kaum darüber Gedanken machen wie viel Arbeit eigentlich hinter der Organisation von einem solchen Festival steckt. Beschreib doch mal den außenstehenden Konsumenten welche Aufgaben letztendlich alle an dir hängen bleiben und worum du dich alles kümmern musst. Und wie lange dauert eigentlich die Organisation für ein solches Festival?

Also an mir hängt eigentlich alles. Ich zähl mal auf: besorgen eines Termins, durchhören von Demos, auf Konzerte gehen um sich Bands anzuhören. (das hört sich spaßiger an als es ist).Dann schreibe ich mir so 20-25 Bands auf, die in Frage kommen und schreibe oder rufe sie an wenn ich Antworten bekommen habe ,wähle ich die Bands aus. Das war jetzt die relativ entspannte Arbeit. Wenn ich dann so 4-5 Monate vorher die ersten Bands gebucht habe, gehts auf Sponsorensuche um Plakate, Flyer und sonstige Werbung bezahlen zu können. Spätestens drei Monate vorher müssen dann alle Bands gebucht sein um die Plakate und Flyer entwerfen zu können, die dann 2 Monate vorher hängen sollten. Joa dann muss ich mich darum kümmern, dass eine PA vor Ort ist, dass genügend Helfer und Thekenkräfte da sind. Um das Catering muss ich mich kümmern, was Gourmet 97 dieses Jahr sehr sehr gut gemacht hat. Danke nochmal. Und danke auch an alle Helfer. Und wenn dann Einlass ist, ist man nur am rumrennen, dort muss Wechselgeld hin, hier fehlt Dies und Jenes... Ich hab tatsächlich geschafft an 2 Tagen 3 Biere zu Trinken. Aber die Verantwortung die man trägt ist das größte. Hm und wenn dann das Konzert vorbei ist wird aufgeräumt. Joa das war es so grob. Und zu dem Eintritt: es steckt sehr viel Arbeit in solch einem Event und es gibt halt auch viele Ausgaben für Bands und und und. Ich finde es schade das man sich sehr viel Mühe machen kann und sich dann anhören muss: Boa, spinnst du? So viel Eintritt?!


Wie hast du Kontakt zu den jeweiligen Bands aufgenommen? Und wie ließen diese sich finanzieren? SMOKE BLOW sind ja zum Beispiel keine Unbekannten mehr und wollten doch bestimmt für ihre Auftritte gut was an Schotter haben, oder täusche ich mich da?

Kontakt habe ich durch Telefonate, E-Mails aber auch durch private Kontakte aufgenommen, wo mir Mr. T-Tom immer zur Seite steht. Finazieren tue ich das ganze von meinem Weihnachtsgeld, nee Spass. Es finanziert sich durch den Eintritt. Klaro wollen Bands Geld haben. Und je höher der Bekanntheitsgrad der Band ist, desto höher ist in der Regel auch die Gage.

Wie ich mitbekommen habe gab es beim diesjährigen Festival ein paar Probleme mit den Ordnungskräften am Eingang. Was genau ist da passiert, wie bist du damit umgegangen (weil am zweiten Tag waren die Ordner ja nicht mehr da) und wie willst du zukünftig in solchen Situationen verfahren?

Ja das stimmt. Die Sicherheitskräfte haben sich provozieren lassen haben dann überrehagiert. Das wäre in anderen Läden nie so ein Problem, aber im Alhambra geht das einfach gar nicht. Das habe ich ihnen gesagt und sie fanden es Ok. Danach haben dann Privatleute für Ordnung gesorgt die das Alhambra kennen. Das lief dann auch echt entspannter. In Zukunft wird eine solche Situation nicht mehr vorkommen, da ich mich jetzt besser drauf vorbereiten kann.


Apro pros Zukunft: wie schauen die Pläne für das diesjährige Arschtritt Rockfestival aus? Gibt es diesbezüglich schon was interessantes zu vermelden? Und wo siehst du das Festival in 5, 6 Jahren?

Also ich bin ganz froh das es noch nichts zu melden gibt. Ich fange im März an zu Planen, obwohl ich schon die ersten Gespräche mit Bands geführt habe. Mit welchen wird nicht verraten. In fünf bis sechs Jahren sehe ich das Festival ähm ich weiß es nicht irgendwo zwischen jetzt und gleich. Ich träume aber davon 2010, wenn dann 5-jähriges Jubiläum ist ein Open Air zu veranstalten. Dann natürlich nicht im Dezember.

Du spielst ja auch nebenbei noch in einer Band: Ready For Reality. Wie lange gibt es euch schon? Welche Position nimmst du dort ein und wie schauen deine/eure Zukunftspläne aus?

Uns gibt es seit Juni 2007. Ich spiele Schlagzeug und kümmere mich um alles Organisatorische und bin der Ansprechpartner für den booking und presse Krims-Krams. Unsere Zukunftspläne: ganz gemütlich auf ein Album hinarbeiten und Konzerte spielen. Aber wir wollen sehr gern mehr außerhalb von Oldenburg spielen. Vielen Dank für das Interview!