Ratten im Labor 2

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akshy verglich nun, wie oft Nutzer in den beiden Gruppen dieselben Links weiterverbreiteten, weil sie ähnliche Interessen und Informationsquellen hatten. Dabei fand er heraus, dass unsere engsten Freunde zwar einen starken Einfluss darauf haben, was wir teilen. Doch ist dieser Effekt noch gering im Vergleich zum kollektiven Einfluss der zahlreichen Bekannten im Netzwerk. Soziologen nennen solche Bekanntschaftsbeziehungen "weak ties", schwache Bindungen. Tatsächlich ist es die Summe aller unserer schwachen Bindungen, die uns im Umgang mit Informationen am stärksten beeinflussen.

Tips: Falsche Ideentität nutzt nichts das finden die Internetgiganten schnell heraus. Am besten ist es partiell flasche angaben zu machen also immer das gebdatum zu streuen, immer mal wieder rechtschreibfehler im namen einzubauen



Um interessante Muster in deren Kommunikation zu finden, arbeitet die Gruppe mit Managern aus diversen Abteilungen zusammen. So verfolgen sie etwa, wie sich eine neue Facebook-Funktion im Mega-Netzwerk verbreitet. Sie identifizieren für Nutzer potenzielle "Freunde" und stufen andere zu bloßen "Bekanntschaften" herab, deren Mitteilungen dann auf weniger prominente Ränge auf der Infowand verschoben werden. In einer Firma, in der Programmierer fast als Rockstars gelten und dem Mantra "Move fast and break things" folgen, ist die Gruppe mit ihrer Arbeit ein etwas seltsamer Haufen.

 So untersuchte eine frühe Studie von Marlow und zwei Kollegen 2009, wie Mitteilungen von Freunden Facebook-Neulinge dazu bewegen, selbst etwas zu posten. Kurz vor dem diesjährigen Valentinstag veröffentlichte die Gruppe eine Liste der beliebtesten Musikstücke von Nutzern, die gerade eine Beziehung begonnen oder beendet hatten. Wer gerade eine Beziehung neu begonnen hatte, hörte am liebsten "Don't Wanna Go Home" von Jason Derulo. Wessen Liebe dagegen gerade in die Brüche gegangen war, mochte vor allem "The Cave" von Mumford & Sons. Facebook könnte also lernen, vom derzeitigen Lieblingssong auf eine bestimmte Lebenssituation zu schließen – und damit wissen, welche Anzeigen es einem Nutzer präsentieren sollte. Auf der Seite von frischgebackenen Singles würde sich womöglich Werbung für Alben mit Balladen gut machen. Wenn ein Nutzer den Tod eines Freundes zu beklagen hat, könnte eine Firma wiederum ihre Marke sehr viel emotionaler als sonst präsentieren.

Eine naheliegende Lösung wäre, die Erkenntnisse aus dem Data Mining einfach zu verkaufen. D. J. Patil, Analyst beim Wagniskapitalgeber Greylock Partners und früherer Leiter des Datenteams von LinkedIn, rät Facebook, sich von Gil Elbaz inspirieren zu lassen. Der erfand einst das AdSense-Programm von Google, mit dem jeder auf seiner Homepage selbst Anzeigen schalten und an den Werbeeinnahmen des Datenriesen mitverdienen kann. Google jedenfalls bestreitet heute ein Viertel seines Umsatzes damit. Darüber hinaus könnte Facebook selbst zur Datenquelle werden, meint Patil. Die Informationen, die in der Kommunikationsflut seiner Nutzer entstehen, ließen sich für fast jedes erdenkliche Geschäft verwenden, ob es sich nun um Partnerbörsen, Pop-Hitparaden oder saisonale Produkte handelt. ratten im labor